MEISTERKLASSE BEI REGENWETTER
Vermeiden Sie es nicht, bei Regenwetter zu fahren, da Sie dadurch ein besserer Fahrer werden können. Fragen Sie doch mal einen MotoGP-Sieger.
Marco Melandri ist ein Meister im Regen. Glauben Sie uns nicht? Dann sollten Sie sich an seinen phantastischen MotoGP-Sieg im letzten Jahr auf einer sehr nassen Phillip Island erinnern. Nasse und schmierige Verhältnisse können auf zwei Rädern eine ziemlich abschreckende Perspektive sein, aber bei Spitzenfahrern sieht es ganz einfach aus. Wo liegt also das Geheimnis?
„Bei Trockenheit ist Leichtgängigkeit gut, aber bei nassem Wetter ist sie noch viel wichtiger“, erklärt der von Castrol unterstützte Rennfahrer. „Man muss sowohl beim Gasgeben als auch beim Bremsen vorsichtig sein, da es viel leichter ist, einen Unfall zu bauen, wenn man weniger Haftung hat.“
Selbstverständlich hat Marco die Unterstützung von Regenwetterreifen, aber sein Rat ist sowohl für die Straße als auch für die Rennstrecke gut. „Sicherlich muss man auf der Straße besonders vorsichtig sein, weil der Oberflächenzustand nicht so gut ist wie auf der Rennstrecke, aber Leichtgängigkeit ist entscheidend, um bei Regen gut zu fahren. Wir alle denken manchmal, dass es keinen Spaß macht, nass zu werden, aber wenn man versucht, es zu genießen, kann man beim Fahren unter solchen Bedingungen viel lernen.“
Bei Trockenheit bedeuten die Reserven des Bremsens, die Handhabung, Haftung und Leistung eines modernen Straßenmotorrads wie dem Honda CBR600RR, dass man bis zu einem gewissen Maß mit wenig Kontrolle durchkommt, aber bei Regen ist das nicht der Fall. Wie Marco schon sagt, um bei Regen zu fahren, ist es wichtig, dass man lernt, es zu lieben.
Das Motorrad
Zuerst muss man sich vergewissern, dass das Motorrad oder der Motorroller in der richtigen Verfassung ist. Die Reifen sollten viel Profil haben und für die Verhältnisse geeignet sein, nicht diejenigen, die für Rennen oder für die Verwendung im Sommer bestimmt sind. Die Bremsbeläge sollten noch genug Abrieb übrig haben und die Bremshebel sollten in Griffnähe sein und viel Bewegung haben, so dass man den Hebel der Bremskraft, die man anwenden kann, justieren kann. Wie Marco sagt, ist Leichtgängigkeit entscheidend, vergewissern Sie sich also, dass Ihr Gaszug ebenfalls perfekt ist, da er Ihre Verbindung zum Motor ist und Sie keine unregelmäßige Leistungszufuhr haben möchten, durch die Sie einen Unfall verursachen könnten.
Die Kleidung
Tragen Sie die passende Kleidung für die Verhältnisse. Wenn es regnet, trägt Marco wasserdichte Kleidung und das sollten sie auch tun. Sie können sich nicht konzentrieren, wenn Ihnen kalt ist und Sie sich nass und unwohl fühlen, also tragen Sie die richtige Motorradkleidung. Bei Regen verwendet Marco außerdem ein helles Visier oder ein gelb eingefärbtes Regenvisier, das für eine bessere Definition bei schwachem Licht sorgt.
Die Verhältnisse
Marco muss sehr schnelle Entscheidungen treffen, wenn er Rennen im Regen fährt und für Sie gilt das Gleiche. Denken Sie voraus, wie es Marco tut, und Sie werden sicher sein. Das bedeutet, die Straße weit im Voraus zu lesen und Ausschau nach möglichen Schwierigkeiten zu halten. Nasse weiße Linien auf der Straße sind rutschig, also versuchen Sie diese, wenn es geht, zu meiden. Das Gleiche gilt auch für nasse Kanaldeckel oder Schaulochdeckel und Katzenaugen. Im Winter, wenn die Bäume ihre Blätter fallen lassen, können diese sehr rutschig sein, genauso wie Matsch, Dreck oder Sand auf der Straße. Benzin- oder Dieselflecken können ebenfalls sehr gefährlich sein – halten Sie Ausschau nach den bezeichnenden „Regenbogen“-Flecken auf der Straße und setzen Sie Ihre Nase ein, um die Gefahr schon vorher zu riechen. Das mag albern klingen, aber es funktioniert.
Die Techniken
Erinnern Sie sich daran, was Marco über die Leichtgängigkeit sagte? Jetzt ist es Zeit, sie in die Praxis umzusetzen. Zuallererst kommt die Gashebelkontrolle. Wenn Sie den Gashebel stark öffnen, dann bauen Sie bestimmt einen Unfall. Stattdessen sollten Sie die Leistung langsam einspeisen, so dass Sie dem Hinterrad die Gelegenheit geben, zu haften. Off-Road-Fahren gibt Ihnen ein Gefühl für die Gashebelkontrolle, fahren Sie also von der Straße runter, um Ihre Gashebelkontrolle zu verbessern. Versuchen Sie nicht, den Gashebel beim Motorrad oder dem Motorroller zu betätigen, wenn Sie vorn über lehnen.
Bei der Kontrolle der Bremse ist es das gleiche Prinzip. Betätigen Sie zuerst ein wenig die Vorderbremse, um den Reifen dabei zu unterstützen, das Wasser zu durchtrennen. Dann geben Sie ein wenig mehr Druck auf den Hebel und beziehen die Hinterradbremse für eine verstärkte Bremswirkung mit ein. Bremsen Sie immer aufrecht und linear. Probieren Sie sowohl das Beschleunigen als auch das Bremsen zuerst abseits der Straße und Sie werden herausfinden, dass Sie sich an das „Gefühl“ des guten Bremsens und Beschleunigens bei Regenwetter gewöhnen.