BEREIT FÜR DAS RENNEN – DIE HONDA CBR1000RR
Worin besteht der Unterschied zwischen der rennbereiten Honda CBR1000RR, die
an der World Superbike Championship teilnimmt, und der straßentauglichen Honda Fireblade? Die Antwort sieht so aus, wie es viele nicht vermuten. Der Teammanager Ten Kate vom Honda Team, das von Castrol gesponsert wird, erklärt...
Die Leitung des erfolgreichsten World Superbike Teams und das Betreiben eines Händlerrings für Motorräder heißt, dass Ronald Ten Kate jede Schraube und Mutter der Straßen- und Rennversionen der CBR1000RR von Honda kennt. Darin liegt das Geheimnis. Das tiefgehende Wissen macht den Holländer zur idealen Besetzung als Leiter des Teams der Ingenieure und Mechaniker, die regelmäßig ganz zum Schluss des World Superbike Rennens aus der Serienmaschine CBR1000RR eine rohe Rennversion machen.
„Das ist die Schönheit von Superbikes, alles beginnt mit der Straßenversion,“ erklärt Ronald. „Die Basisplattform beruht auf der Serienproduktion, die man für den Straßenverkehr kaufen kann. Nachdem sie von Honda geliefert wurde, möchten wir sie innerhalb von ungefähr drei Monaten renntauglich machen. Das gilt natürlich nur für die erste Maschine am Jahresbeginn. Danach können wir das vervielfältigen, was wir bereits haben. Wenn wir also ein Motorrad z.B. nach einem größeren Unfall wieder instand setzen müssen, können wir das innerhalb von vier bis fünf Stunden schaffen.“
Entsprechend den Regeln für World Superbike müssen alle Motorräder aus der Serienproduktion stammen und das bedeutet, dass nur wenige Teile als reine rennspezifische Ausführungen eingebaut werden können. Deshalb müssen Ten Kate und Castrol jedes letzte bisschen an Leistung herauskitzeln, sowohl bei den Standard- als auch bei den Zubehörteilen.
„Grundsätzlich treiben wir beim Rennen alles bis ins Extrem, wenn also Verschleiß auftritt, finden wir die Ursache dafür schnell heraus,“ fährt Ronald fort. „Wir wissen aus Erfahrung, wie wichtig es ist, eine gute Ölsorte einzusetzen und beachten deshalb das komplette Wartungspaket, sowohl bei der Straßen- als auch bei der Rennversion. Deshalb stammt alles, vom Motoröl bis hin zum Schmiermittel, das für Motorräder benötigt wird, von Castrol.“
Unter einem Dach
Eine der Hauptstärken des Rennteams von Ten Kate ist es, dass es am gleichen Standort arbeitet, wie das familiengeführte Händlernetz von Honda und die Fabrik von Ten Kate, die Leistungs- und Tuningteile herstellt. Diese Situation begünstigt nicht nur die Herstellung von Maschinen, die Rennen gewinnen, sondern ermöglicht Honda und Castrol andersherum auch, Renn-Technologie für straßentaugliche Maschinen einzusetzen.
„Alle Hauptakteure sind eng miteinander verbunden und erleichtern damit den Aufbau der Maschine ganz erheblich. Die Koordination wird einfacher, wenn Händler, das Team und die Tuningmannschaft unter einem Dach vereint sind.“ Deshalb betrachten viele Kunden es als einen direkten Vorteil, dass alles am selben Standort vereint ist.
„Wir haben einige wenige Kunden, die ihr Motorrad relativ stark modifiziert haben, aber so, dass es immer noch für den Straßenverkehr zugelassen ist. Einer verfügt über ungefähr 210 PS am Hinterrad. Er hat leichtgewichtige Rennräder, einen vergrößerten Benzintank und verstärkte Bremsen eingebaut – so dass es einem World Superbike schon sehr nahe kommt, aber immer noch legal auf der Straße bewegt werden darf!“
Radschwinge

Erfahrung zählt beim Rennen, und Ten Kate hat mit den Besten zusammengearbeitet, um die Renntechnologie für die CBR1000RR in jedem möglichen Bereich zu entwickeln und das schließt auch die renntaugliche Hinterradaufhängung ein. „Wir haben in den vielen Jahren der Rennarbeit herausgefunden, dass es sehr nützlich ist, mit Partnern wie Castrol, die über Produktions- und Entwicklungstechnologie verfügen, zusammenzuarbeiten. Bei der Entwicklung der Radschwinge haben wir sehr eng mit der früheren Kenny Roberts Mannschaft zusammengearbeitet.“
Motor

Beim Rennen ist Leistung alles. Und die rennmäßig aufgerüstete CBR1000RR kann richtig loslegen. Ein wesentlicher Teil des Motors bleibt jedoch serienmäßig, was wiederum beweist, wie leistungsstark der flüssigkeitsgekühlte Viertaktmotor ist. „Alles wurde für Rennmaßstäbe aufgerüstet. Die Leistung wurde auf ungefähr 50 Brems-PS erhöht“, erklärt Ronald. Die Ingenieure von Ten Kate dürfen jetzt auch die Kurbelwelle, den Motor und das Kurbelgehäuse modifizieren.
Bremsen

Viel Leistung erfordert gute Bremsen, und die CBR1000RR von Ten Kate macht dabei keine Ausnahme. „Wir setzen Nissin Rennbremsen bei dem Motorrad ein“, erklärt Ronald. „Sie erzeugen eine erheblich größere Bremskraft als Straßenbremsen und sind so ausgelegt, dass sie mit den extremen Bedingungen beim Rennen fertig werden. Noch einmal, alles ist wie bei der Straßenversion, aber für höhere Leistung ausgelegt.“
Rahmen

Sieht man die Straßen- und die Rennversionen der Honda CBR1000RR nebeneinander, fällt sofort eine der größten Gemeinsamkeiten auf: Der Rahmen. Um die Regeln der World Superbike einhalten zu können, stammt der Rahmen, eine der Hauptkonstruktionsteile der Maschine, aus der Serienproduktion und darf von den Rennexperten nicht verändert werden. „Grundsätzlich ist der Rahmen unverändert. Wie ich bereits erwähnt habe, alles was in der Straßenversion vorhanden ist, wird in der Rennversion einfach etwas verstärkt.“
Castrol

Der Schlüssel für einen weichen Lauf und zuverlässige Maschinen ist die Schmierung. Und bei allen Modellen der Honda CBR1000RR, ob für die Straße oder die Rennstrecke, steht Castrol immer im Mittelpunkt. „Alles, was beim Rennmotorrad mit Öl und Flüssigkeiten zu tun hat, ist von Castrol“, erklärt Ronald. „Bei den Straßenversionen beachten wir das komplette Wartungsprogramm, vom Motoröl bis hin zur Kettenschmierung und zur SRF Bremsflüssigkeit, und selbst das Schmiermittel für das Motorrad ist von Castrol.“
Das ultimative Straßenrennen

Das jährliche TT Straßenrennen für Motorräder auf der Isle of Man ist eins der prestigeträchtigsten Rennereignisse und die Reihe der Gewinne mit Castrol lässt sich bei diesem einzigartigen Test für Fahrer und Maschine bis zum Jahr 1907 zurückverfolgen. Im Juni 1959, als Honda zum ersten Mal am Isle of Man TT teilnahm, fuhren die hochgezüchteten Maschinen mit dem Hochleistungsöl Castrol 'R' von Castrol. Fünfzig Jahre später besteht diese Beziehung immer noch. In diesem Jahr konnte man auf der TT die Siegerleistung von John McGuiness auf seiner mit Castrol geschmierten HM Plant Honda Fireblade Superbike sehen. Sein Teamkollege Steve Plater wurde Zweiter und bestätigte damit den Ruf von Honda Racing und Castrol auf dem legendären Manx TT Kurs mit einem fantastischen 1-2.